Der Bestand  

| Bücherauswahl: 
2007  | 2008  | 2009  | 2010 | 2011 | 2012  | 2013  | 2014  | 2015 |  Kostenvoranschläge  |  Tractatus universi iuris

Bücher restauriert im Jahr  2008

Fürstlichen Gothaischen Landes-Ordnung7. Fernere Beyfügung unterschiedlicher, nach und nach ergangener, und zur Fürstlichen Gothaischen Landes-Ordnung gehöriger Gesetzen, Ordnungen und Rescripten ...

Gotha: Reyher, 1738. - [60] Bl., 805 S. - Signatur N 871

Schaden: Buchdeckel gebrochen und beschädigt 

Sammlung von 238 neueren Gesetzen, Ordnungen und Reskripten zur Gothaer Landesordnung. Herausgegeben auf Veranlassung Herzog Friedrich III., *14.04.1699 in Gotha, +10.03.1772 in Gotha, enthält sie auch Verordnungen seiner beiden Vorgänger, Herzog Friedrich II., *28.07.1676 in Gotha, +23.03.1732 in Altenburg, und Friedrich I., *15.07.1646 in Gotha, +02.08.1691 in Friedrichswerth. Da Ernst der I. keine Teilung des Landes wünschte, sich aber auch nicht zur Einführung der Primogenitur entschließen konnte übernahm Friedrich I. die Nachfolge gemeinsam mit seinen 6 jüngeren Brüdern. Dies hatte nur bis 1676 Bestand. Danach begannen Verhandlungen zur Teilung des väterlichen Erbes. Diese wurde dann am 24. Februar mit dem Hauptreceß durchgeführt. Friedrich I. erhielt Sachsen-Gotha-Altenburg und führte dort 1685 die Primogenitur ein, welche 1688 vom Kaiser bestätigt wurde.
Friedrich III. betrieb florierenden Soldatenhandel mit dem Kaiser, dem Fürsten von Waldeck und dem König von Preußen. Er führte eine Spielkartensteuer ein. Während seiner Regierungszeit wurde das Fürstentum in den Siebenjährigen Krieg verwickelt. Dazu verwickelte er selbst das Land auch noch in einen Krieg mit Sachsen-Meiningen. Dieser sogenannte Wasunger Krieg hatte einen geradezu lächerlichen Anlass. Ausgangspunkt war der Streit zweier Hofdamen wer den Vortritt bei Hofe habe. Der Band enthält unter anderem die Advocatenordnung von 1724, die Medicinalordnung von 1694, die Feuerordnung von 1734 und die Gesindeordnung von 1719. 

Restaurierungskosten: 458,15 Euro
Bilderserie:
vor der Restaurierung


Sammlung verschiedener ...8.Sammlung verschiedener von Zeit der publicirten Landes-Ordnung des Fürstenthums Altenburg ergangener und solcher gehöriger Gesetze, Verordnungen, Rescripten und Regulativen ...

Altenburg: Richter, 1750. - [27] Bl., 688 S. - Signatur N 865

Sammlung von 116 Gesetzen, Verordnungen, Reskripten und Regulativen des Fürstentums Sachsen-Altenburg. Der Band enthält u. a. die Armenordnung von 1734, die Gesinde- und Tagelöhner-Ordnung von 1744 sowie mehrere Verordnungen gegen Bettler und Landstreicher. Für uns besonders interessant ein Rescript vom 20. Februar 1662 "Rescript an das Hof-Gericht zu Jena, die Cognition über fürstliche Privilegia betreffend" sowie eine Verordnung vom 12. Dezember 1695 "Verordnung, dass alle in Civil- und Criminal-Sachen ergangene Acta, so viel möglich, im Schöppen-Stuhl zu Jena zum Spruch-Rechtens versendet werden sollen".

Restaurierungskosten: 380,80 Euro

Bilderserie:
vor der Restaurierung


FIDEICOMMISSIS9. Tractatus de fideicommissis familiarum nobilium

Knipschildt, Philipp: Tractatus de fideicommissis familiarum nobilium. - Coloniae: Ketteler, 1715. - [4] Bl., 696 S., [47] Bl. - E 617.

Philipp Knipschildt, geb. 1595 Treisbach (Westfalen), gest. 29.09.1657 Esslingen am Neckar, war Jurist und Rechtshistoriker, seit 1641 Syndikus der Reichsstadt Esslingen. Zu seinen wichtigsten Werken gehören das Standardwerk der frühen Neuzeit zum reichsstädtischen Staatsrecht, ein Werk über die Reichsritterschaft sowie die Abhandlungen zum Familienfideikommiss. Das Familienfideikommiss gehört zum Erb- und Sachenrecht. Es stellt ein durch Rechtsgeschäft gebundenes Sondervermögen dar, welches grundsätzlich unveräußerbar und unbelastbar war. Sein Zweck war der Erhalt des Familienvermögens. 

Restaurierungskosten 487,90 Euro
zur Verfügung gestellt durch Herrn VROLG Hans-Otto Pfalzer

Bilderserie:
vor der Restaurierung


Sächsisch Lehenrecht und Weichbilt10. Sächsisch Lehenrecht und Weichbilt ...

Zobel, Christoph [Hrsg.]: Sächsisch Lehenrecht und Weichbilt. - Leipzig, 1589. - [6], 192, [14], 162, [133], [4] Bl., 321 S., [2] Bl. - D 3968. 

Christoph Zobel, * 1499 in Würzburg, +1560 in Leipzig, Jurist, gab auch den Sachsenspiegel heraus.

Der Band enthält auch das "Magdeburgisch Weichbildt" aus dem Jahre 1589 sowie aus dem Jahre 1550 "Das Gantze Sechsisch Landrecht" von Melchior Klingen, gedruckt von Johann Saurn in Frankfurt am Main.


Restaurierungskosten 830.- Euro
zur Verfügung gestellt von der Rechtsanwaltskammer Thüringen
Bilderserie:
vor der Restaurierung   danach   Nebeneinander


Gerichts- und Proceß-Ordnung, des Durchlauchtigsten Fürsten ...11. Gerichts- und Proceß-Ordnung, des Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Ernsts, Hertzogs zu Sachsen

...Nach welcher, in Ihr. Fürstl. Durchl. Fürstenthum und Landen, so wol die Ordinar- als Summarische, wie auch peinliche Processe künfftig dirigiret und geführet werden sollen,
publicirt den 28. Martii 1670 . - 3. Aufl. - Gotha: Reyher, 1738. - [4] Bl., 205 S., [17] Bl. - N 685

Herzog Ernst I, der Fromme, * 25.12.1601 in Altenburg, + 26.03.1675 in Gotha, war der neunte Sohn von Herzog Johann III. von Sachsen-Weimar. 1640 einigte er sich mit seinen Brüdern Wilhelm IV. und Albrecht auf die Teilung des Herzogtums Sachsen-Weimar. Aus dieser Erbteilung entstanden neben dem verkleinerten Herzogtum Sachsen-Weimar die neuen Herzogtümer Sachsen-Eisenach und Sachsen-Gotha. Letzteres fiel an Ernst I. In den folgenden Jahren konnte er sein Territorium erheblich vergrößern, unter anderem 1645 durch Zufall der Hälfte des Herzogtums Sachsen-Eisenach. 1672 trat er die Nachfolge von Friedrich Wilhelm III. an und erhielt damit drei Viertel des Herzogtums Sachsen-Altenburg. Die vorliegende Gerichts- und Prozessordnung sollte das im 30jährigen Krieg sehr in Unordnung geratene Gerichtswesen wieder ordnen und Prozesse beschleunigen. Das besondere Bestreben des Herzogs galt dabei der Streitvermeidung und der außergerichtlichen Einigung.

Restaurierungskosten 511,70 Euro zur Verfügung gestellt durch
Rechtsanwälte Schmidt, Anton & Partner GbR, Jena
Bilderserie:
vor der Restaurierung


Gerichts- und Proceß-Ordnung, des Durchlauchtigsten Fürsten ... 12. Freiesleben: Corpus juris canonici academicum ?

- Coloniae Munatianae [Basel]: Thurnisii, 1746. - 56 S., 1280 Spalten - [M 5136] Angebunden Teil 2. - 11 S., 754 Spalten 
Sowie Liber Sextus decretalium d. Bonifacii Papae VIII ... - 3 S., 404 Spalten, 68 S. und Liber septimus decretalium constitutionum apostolicarum ... - 2 S., 236 Spalten, 10 S. und Institutiones juris canonici ? - 3 S., 158 Spalten, 2 S.

Etwa ab 1050 erschienen die ersten Sammlungen des Kirchenrechts, in der Einteilung noch sehr im Muster des ?Corpus juris civilis? gehalten Dieser Einfluß nahm im Laufe der Zeit immer mehr ab. Die erste systematische Zusammenstellung der Rechtsgebiete war dann die zwischen 1120 und 1140 vom Mönch Gratian verfasste ?Concordantia Discordantium Canonum?. Nachdem Gregor IX. und Clemens V. Sammlungen von Dekretalen herausgeben ließen erfolgte dann 1582 durch eine Revisionskommission die endgültige Festsetzung aller Teile des ?Corpus juris canonici?.

Im gleichen Jahr wurde es in Kraft gesetzt und behielt bis zum Jahre 1918 Gültigkeit. 1918 erfolgte seine Ablösung durch den ?Codex juris canonici?. Der Herausgeber dieser Ausgabe, Christoph Heinrich von Freiesleben (1677-1732) entstammte einer seit Anfang des 16. Jahrhunderts in Oberfranken und Ostthüringen nachweisbaren Familie die zahlreiche Juristen und Thoeologen hervorbrachte. Er war sachsen-gothaischer Kammerherr und Bergrat in Altenburg.Die von ihm herausgegebene Ausgabe erfuhr im Laufe der folgenden Jahre zahlreiche Nachauflagen.

Restaurierungskosten 868,70 Euro zur Verfügung gestellt vom
Rotary Club Apolda
Bilderserie:
vor der Restaurierung