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Bücher restauriert im Jahr  2009

Des Kayserlichen Hochstifts und Fürstenthum Bamberg verfasstes Land-Recht13. Des Kayserlichen Hochstifts und Fürstenthum Bamberg verfasstes Land-Recht:
aus Hochfürstlichen Gnädigsten Befehl zum gemeinen Nutzen und Nachachtung herausgegeben. 

Bamberg: Gertner, 1769. - [7] Bl., 466 S. - Signatur N 4559

Schaden: Buchblock und Ledereinband gebrochen, Buchblock verzogen

Das Bistum Bamberg wurde 1007 durch Heinrich II. aus Teilen der Bistümer Würzburg und Eichstätt gegründet. Es war Rom direkt unterstellt und erlangte besondere Bedeutung bei der Christianisierung der zwischen Main und Regnitz wohnenden Slaven. Die weltlichen Regierungsaufgaben der Kirchenfürsten endete 1803. Im Rahmen der Säkularisation fiel das Gebiet an Bayern. 1818 erfolgte eine kirchliche Neuaufteilung in deren Folge Bamberg Sitz eines Erzbischofs wurde.
Während des 30jährigen Krieges war das Territorium zeitweilig von Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar okkupiert und sächsischem Gebiet einverleibt.
1769 erließ Bischof Adam Friedrich von Seinsheim das Landrecht für das Hochstift und Fürstentum Bamberg. Damit wurden eine Reihe eigenständiger Regelungen in Kraft gesetzt die Bestimmungen des Bayerischen Rechts ersetzten. Es fällt auf, dass das Bamberger Landrecht zwar sehr umfangreich Ehescheidungsfolgen regelt, aber keinerlei Regelungen zur Ehescheidung selbst trifft.
Adam Friedrich August Anton Joseph Maria von Seinsheim wurde am 16. Februar 1708 in Regensburg oder Sünching geboren und starb am 18. Februar 1779 in Würzburg. Er studierte Philosophie, Theologie und Rechtswissenschaft. 1745 wurde er zum kaiserlichen Gesandten berufen und wurde 1748 Präsident der Hofkammer sowie des Hofkriegsrats in Würzburg. 1755 erfolgte seine einstimmige Wahl zum Bischof von Würzburg. Als Anfang 1757 der Bamberger Bischofsstuhl vakant wurde erfolgte im gleichen Jahr auf kaiserliches Drängen seine Wahl auch zum Bischof von Bamberg. Besonders kümmerte er sich um die Entwicklung des Schulwesens und richtete in beiden Hochstiften Brandversicherungsanstalten ein.

Restaurierungskosten: 1106,70 Euro
aus Mitteln, die die Erfurter Juristische Gesellschaft als Dank
für den Erich-Kästner-Abend am 20.11.2008 zur Verfügung gestellt hat.
Bilderserie:
vor der Restaurierung


Fürstliche Sächsische Landes-Ordnung14. Fürstliche Sächsische Landes-Ordnung Des weyland Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Ernsten, Hertzogen zu Sachsen ...
anjetzo zum viertenmal aufgeleget ...


Gotha: Reyher, 1740. - [67] Bl., 843 S. - Signatur N 873

Herzog Ernst I, der Fromme, * 25.12.1601 in Altenburg, + 26.03.1675 in Gotha, war der neunte Sohn von Herzog Johann III. von Sachsen-Weimar. 1640 einigte er sich mit seinen Brüdern Wilhelm IV. und Albrecht auf die Teilung des Herzogtums Sachsen-Weimar. Aus dieser Erbteilung entstanden neben dem verkleinerten Herzogtum Sachsen-Weimar die neuen Herzogtümer Sachsen-Eisenach und Sachsen-Gotha. Letzteres fiel an Ernst I. In den folgenden Jahren konnte er sein Territorium erheblich vergrößern, unter anderem 1645 durch Zufall der Hälfte des Herzogtums Sachsen-Eisenach. 1672 trat er die Nachfolge von Friedrich Wilhelm III. an und erhielt damit drei Viertel des Herzogtums Sachsen-Altenburg. 1665 erließ er eine Landesordnung für Sachsen-Gotha, die uns hier in 4. Auflage aus dem Jahre 1740 vorliegt. Der Band enthält auch einen Kupferstich Ernst I. aus dem Jahre 1677 von Jacob van Sandart.

Restaurierungskosten 541,45 Euro
Bilderserie:
vor der Restaurierung


15. Froelich von Froelichsburg,

Johann Christoph: Commentarius In Kaysers Carl deß Fünfften und deß H. Röm. Reichs Peinliche Hals-Gerichts-Ordnung Oder: Kurtze doch gründliche Unterweisung Wie Ein dem Richterlichen Amt obligender Nachforschung- oder Inquisitions-Process ... - Franckfurth ; Leipzig: Wohler, 1727. - 364, 432 S., [10] Bl. [H 1.:H 1871]

Johann Christoph Frölich von Frölichsburg, *1657, +1729, Jurist, ab 1695 Professor und ab 1697 akademischer Rektor an der Universität Innsbruck verfaßte mit diesem Werk einen wichtigen Kommentar zur Carolina. Dieser Kommentar wurde in kurzer Zeit mehrfach neu aufgelegt.

Die Carolina oder Peinliche Halsgerichtsordnung wurde 1532 auf dem Reichstag in Regensburg beschlossen. Veranlaßt wurde sie von Kaiser Karl V., *24.02.1500 in Gent, +21.09.1958 im Kloster San Jeronimo de Yuste, Estramadura. Ab 1516 regierte er als Karl I. Spanien. 1519 wurde er zum römisch-deutschen König gewählt. Nach der Krönung im Jahre 1520 nannte er sich "erwählter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches". 1530 wurde er als letzter deutscher Kaiser vom Papst gekrönt.
Die Basis der Carolina war die 1507 von Johann Freiherr von Schwarzenberg verfaßte Halsgerichtsordnung von Bamberg.
Die Carolina galt zunächst nur eingeschränkt. Trotz der salvatorischen Klausel, durch die sie nur subsidiäre Geltung gegenüber den Partikularrechten der Reichsstände erhielt trug sie doch wesentlich zur Rechtsvereinheitlichung bei und wurde so im Prinzip zum ersten deutschen Strafgesetzbuch, ersetzt erst durch das Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich vom 26. Februar 1876.

Restaurierungskosten: 661,00 Euro zur Verfügung gestellt durch
Herrn Dr. Burkhard Jähnke

Bilderserie:
vor der Restaurierung   danach   Nebeneinander


16. Ludovici, Jacob Friederich: 

Einleitung zum Civil-Proceß ... - 4. Aufl. - Halle:
in Verlegung des Waysenhauses. 1714. - [34], 384 S. [G 18586]

Der Band enthält 4 weitere Werke Ludovici´s über den peinlichen Prozess, den Wechsel-Prozess, den Konkurs-Prozess sowie den Consistorial-Prozess, alle erschienen zwischen 1713 und 1714. Diese Werke gehören alle zu den ersten Lehrbüchern die in deutscher Sprache erschienen sind. Sie erlebten bis etwa 1750 zahlreiche Auflagen. Daneben wurde vom gleichen Autor auch eine Auflage des Sachsenspiegels herausgegeben.
Der Autor, Jakob Friedrich Ludovici, wurde am 19.09.1671 in Wachholzhagen bei Treptow (Pommern) geboren. Er studierte Jura an den Universitäten Königsberg und Halle und wurde 1701 in Halle zum Professor der Rechte ernannt. 1716 wurde er königlich-preußischer Hofrat. 1721 folgte seine Ernennung zum Hessen-Darmstädtischen Geheimrat als er einer Berufung als Professor der Rechte an die Universität Gießen folgte. An dortiger Universität wurde er auch zum Vizekanzler berufen. Er starb am 15.12.1723 in Gießen.
Der vorliegende Band wies Schimmelbefall auf und war daher nicht mehr nutzbar. Eine Restaurierung war dringend erforderlich.

Restaurierungskosten: 1332,80 Euro
Bilderserie:
vor der Restaurierung   danach   Nebeneinander



17. Donellus, Hugo: Commentariorum de jure civili:
libri viginti octo. - Francofurti: Andreae Wecheli, 1596- 1597. - 10, 435, 3, 637 S. - [C 238/1]

Hugo Donellus (auch Hugues Doneau), * 23.12.1527 in Chalons sur Saone, + 4.05.1591 in Altdorf.

Hugo Donellus, einer wohlhabenden Familien entstammend, studierte Jura zunächst in Toulouse, später in Bourges , wo er 1551 promovierte. Im selben Jahr erfolgte seine Ernennung zum Professor. Als strenger Calvinist vertrat er die Sache der Hugenotten und musste nach der Bartholomäusnacht (1572) nach Genf fliehen. 1573 folgte er einer Berufung nach Heidelberg, 1579 nahm er eine ihm angetragene Professur in Leyden an um schließlich 1588 nach Altdorf zu gehen.
Sein bedeutendstes Werk, die "Commentarii juris civilis", ein ausführliches System des Privatrechts und Prozesses, hat er in Altdorf zur Hälfte vollendet. Die ersten beiden Bände erschienen 1589 und 1590, den dritten hinterließ er druckfertig. Gentilis editierte ihn 1595 und fügte die folgenden 2 Bände nach den in früheren Jahren fast vollendeten Vorarbeiten Donellus´ hinzu.

Restaurierungskosten: 1417,50 Euro
zur Verfügung gestellt durch Fujitsu Technology Solutions GmbH München

Bilderserie:
vor der Restaurierung   danach   Nebeneinander