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Bücher restauriert im Jahr  2010

fürstlichen Sächsischen gemeinen Hoff-Gerichts18. Des fürstlichen Sächsischen gemeinen Hoff-Gerichts zu Jehna
Erneuerte und verbesserte Ordnung. - Jehna: Nisio, 1653. - 77 S., [3] Bl. - [N 847]

Das 1566 gegründete Hofgericht in Jena war ein erstes gemeinsames Obergericht für die ernestinischen Fürstentümer. Es war der direkte Vorgänger des Oberappellationsgerichtes und des späteren Oberlandesgerichtes. Es war Berufungsgericht für Entscheidungen anderer Gerichte und Gericht für Streitigkeiten des Adels. Nach der Jenaer Gründung wurde das bereits seit 1544 bestehende Hofgericht in Coburg mit diesem vereinigt. Die Bibliothek des Hofgerichts ist der Grundstock unserer Bibliothek.
Das Hofgericht setze sich aus 8 Richtern zusammen, von denen 4 aus dem Adel kamen (darunter ein Hofrichter) und 4 Juristen der Universität Jena. Es gab 4 Gerichtstage im Jahr, jeweils am Montag nach Oculi (3. Sonntag der Passionszeit), Viti (15. Juni), Egidii (1. September) und Adventus (1.Advent). Zum Gericht gehörten gleichfalls 6 Advokaten, die verpflichtet waren für Arme kostenlos tätig zu werden.
Der Band hat erhebliche Schäden die seine Nutzung derzeit nicht zulassen. Er ist verschiedentlich unsachgemäß repariert worden und bedarf einer gründlichen Restaurierung.

Restaurierungskosten:   1987.30 Euro zur Verfügung gestellt durch
Herrn Präsidenten des Thüringer Oberlandesgerichts Stefan Kaufmann


Bilderserie:
vor der Restaurierung     danach   Nebeneinander


Sächsisch Lehenrecht und Weichbilt19. Des Aller-Durchlauchtigsten, Großmächtigen Fürsten und Herrn, Herrn Friedrich Augusti, Königs zu Pohlen, Groß-Hertzog in Litthauen, Reußen, Preußen, Mazovien, Samogitien, Kyovien "Erläuterung und Verbesserung der bißherigen Process- und Gerichts-Ordnung".
Dresden: 1724. - [7] Bl., 312, 206 S., [4] Bl. - [N 1051/1]

Diese Prozessordnung vom 10.01.1724 auf Veranlassung von Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August der Starke, 12.05.1670-01.02.1733) diente vielen anderen deutschen Territorien zum Vorbild. Sie löste die alte Prozessordnung vom 28.07.1622 aus der Regierungszeit von Kurfürst Johann Georg I. (05.03.1585-08.10.1656) ab. Grundlage waren die im Wesentlichen von Johann Heinrich von Berger (27.01.1657-25.11.1732) erarbeiteten Vorarbeiten.
Der Band enthält außerdem einen 1724 bei Boetii in Leipzig erschienenen umfangreichen Registerband sowie eine 1723 erschienene Verordnung Sachsen-Weimars zur Verbesserung der dortigen Prozessordnung.
Schäden am Einband lassen die Restaurierung dringend erscheinen.

Restaurierungskosten: 499,80 Euro zur Verfügung gestellt durch
Herrn Justizminister Dr. Holger Poppenhäger
Bilderserie:
vor der Restaurierung   danach   Nebeneinander


Sächsisch Lehenrecht und Weichbilt20. Bambergische Peinliche Halßgerichts-Ordnung.

- [Bamberg]: Wagner, 1580. - [2], 72, [18] Blätter. - [H 3498]

Die Bamberger Halsgerichtsordnung wurde 1507 von Hans Pfeil erstmals herausgegeben. Sie wurde verfasst von Johann Freiherr von Schwarzenberg (25.12.1463-21.10.1528), dem Hofmeister des Bamberger Fürstbischofs Georg III. Schenk von Limpurg. Sie gab der kirchlichen und geistlichen Gerichtsbarkeit verbindliche Regeln vor und war Basis für die 1530 auf dem Augsburger Reichstag beschlossene - Carolina - Kaiser Karls V. (siehe 2009 Nr. 15).
Diese Ausgabe, 1580 bei Wagner in Bamberg gedruckt, enthält bereits die in der Regierungszeit des Bamberger Fürstbischofs Johann Georg I. Zobel von Giebelstedt (regierte 1577-1580) vorgenommenen Veränderungen. Der Band bedarf dringend einer Restaurierung. Teilweise lösen sich die Seiten, der Einband ist verquollen infolge eines früheren Wasserschadens. In dem derzeitigen Zustand ist der Band nicht nutzbar.

Restaurierungskosten: 2449,02 Euro Verfügung gestellt durch
Herrn Dr. Burkhard Jähnke

Bilderserie:
vor der Restaurierung   danach  Nebeneinander


Sächsisch Lehenrecht und Weichbilt21. Brüger, K[arl]:
Der Prozeß gegen den Drahtwaarenfabrikanten Eduard Otto und dessen Ehefrau in Jena wegen Verdachts des vollendeten und versuchten Giftmords.
- Jena: Fischer, 1889. - 37 S. - [K 4675]

Der Autor, Carl von Brüger (06.09.1822-29.03.1905), war 1884-1903 Präsident des Thüringer Oberlandesgerichts. 1897 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Jena verliehen. Der Prozeß, über den in diesem Band berichtet wird, muß damals großes Aufsehen erregt haben. Dem Band ist jedenfalls eine Sammlung der den Prozeß Otto betreffenden, in der Jenaischen Zeitung (Jahrgang 1889) veröffentlichten, Berichte und Streitschriften beigefügt. Über das Ende des Prozesses steht in den betreffenden Zeitungsartikeln "Auf Grund der widersprechenden Gutachten der Sachverständigen verzichtete die Staatsanwaltschaft auf die Vernehmung der übrigen Zeugen - es waren 54 geladen - und beantragte selbst die Freisprechung der beiden Angeklagten. Die Leute sind nun frei, aber auch an den Bettelstab gekommen".
Bei diesem Band ist eine Restaurierung nicht notwendig. Der ausfransende Einband ist von keinem besonderen Wert. Es genügt hier also eine Neubindung. Die beigefügten Zeitungsartikel machen den Band einmalig, so dass sich hier ein preiswerter antiquarischer Neukauf verbietet.

Restaurierungskosten: 59,50 Euro zur Verfügung gestellt durch
Deutscher Juristinnenbund e. V., Landesverband Thüringen
Bilderserie:
vor der Restaurierung   danach   Nebeneinander


Sächsisch Lehenrecht und Weichbilt22. Bartolus de Sassoferrato: Cum additionibus Alexa[n]dri de Imola - Lugduni [Lyon]: Benedictus, 1504. - 171, 255 Blätter. - Signatur C 280/3

Bartolus de Sassoferrato, *1313/14 in Venatura (heute Stadtteil von Sassoferrato) +13.07.1537 in Perugia, italienischer Jurist, der zuerst in Pisa, später dann in Perugia lehrte. Er gehört zu den Postglossatoren und hinterließ ein umfangreiches Werk. Zu nahezu allen Teilen des Corpus Juris Civilis verfasste er umfangreiche Kommentare. Dazu kommen viele Traktate zu Einzelfragen sowie zahlreiche Gutachten.
Der hier vorliegende Band ist Teil eines vierbändigen Werkes, welches 1504 in Lyon erschien. Diese 4 Bände sind die ältesten Bände im Bestand der Bibliothek.

Restaurierungskosten: 1701,70 Euro zur Verfügung gestellt von
Herrn Peter Sperl
(Frankfurt am Main) im Zusammenwirken mit dem Cronstetten-Haus (Frankfurt am Main) und
dem Rotary Club Dreieich-Isenburg für einen Erich-Kästner-Abend

Bilderserie:
vor der Restaurierung   danach   Nebeneinander


.. Gerichts- und Proceß-Ordnung ..23. Herzoglich-Sachsen-Gothaische vermehrte und verbesserte Gerichts- und Proceß-Ordnung, welche auf Befehl Des Durchlauchtigsten Herzogs und Herrn, Herrn Ernsten des Zweyten, Hertzogs zu Sachsen ... bekannt gemacht worden.
- Gotha: Reyher, 1776. - [7] Bl., 503 S., [40] Bl. - Signatur N 877

Herzog Ernst II., * 30.01.1745 in Gotha, + 20.04.1804 in Gotha, war ein Sohn von Herzog Friedrich III. (1699-1772) von Sachsen-Gotha-Altenburg und der Herzogin Luise Dorothea (1710-1767) aus dem Hause Sachsen-Meiningen. Nach dem Tod seines Vaters trat er 1772 die Regierung des Fürstentums an. Als liberaler und aufgeklärter Herrscher war er vielseitig künstlerisch und wissenschaftlich interessiert. Er förderte das Bildungswesen, die Wirtschaft, das Theater, die Kunstsammlungen, die Bibliothek und die Naturwissenschaften. Sein Land erreichte unter seiner Regierung die Spitzenstellung der sächsischen Herzogtümer in Thüringen. Als Freimaurer ließ er sich ohne Grabmal auf der Parkinsel bestatten, nur in ein weißes Tuch gehüllt.
Der vorliegende Band hat erhebliche Blessuren. Der Buchblock ist gebrochen und der Buchrücken fehlt völlig. Eine Restaurierung ist dringend erforderlich.

Restaurierungskosten: 816.34 Euro
Bilderserie:
vor der Restaurierung   danach   Nebeneinander


Bartolus de Sassoferrato24. Bartolus de Sassoferrato: In prima codicis partem. - 
Lugduni [Lyon], 1521. - 192, 134 S. - Signatur C 647

Bartolus de Sassoferrato, *1313/14 in Venatura (heute Stadtteil von Sassoferrato) +13.07.1537 in Perugia, italienischer Jurist, der zuerst in Pisa, später dann in Perugia lehrte. Er gehört zu den Postglossatoren und hinterließ ein umfangreiches Werk. Zu nahezu allen Teilen des Corpus Juris Civilis verfasste er umfangreiche Kommentare. Dazu kommen viele Traktate zu Einzelfragen sowie zahlreiche Gutachten.



Restaurierungskosten: 2082.50 Euro
Bilderserie:
vor der Restaurierung  danach   Nebeneinander 


Sächsisch Lehenrecht und Weichbilt25. Ortloff, Friedrich:
General-Acten des Gesammt-Ober-Appellations-Gerichts-Präsidenten Ortloff:
die zu Dresden niedergesezte Commission zum Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuches betreffend ; 1856 bis 1860. - [s. l.] : [s. n.] - 174 Blätter - Signatur N 3806

Friedrich Ortloff, *10.10.1797 in Erlangen, +10.10.1868 in Jena, Sohn des Schuhmachers und Philosophieprofessors Johann Andreas Ortloff und dessen Ehefrau Anna Elisabeth Sophie, geb. Dürr. 1819, im Alter von 22 Jahren, folgte er einem Ruf nach Jena als Professor für deutsches Privatrecht an der Universität. Mit dieser Berufung war auch das Amt des Schöppenstuhls verbunden. An das 1817 eingerichtete Oberappellationsgericht wurde er 1826 als Rat berufen. 1844, im Alter von 47 Jahren, wurde er zum Präsidenten des Gerichts berufen. 1856 beriefen ihn die Thüringer Staaten zu ihrem Vertreter in der sächsisch-thüringischen Kommission zur Ausarbeitung des sächsischen bürgerlichen Gesetzbuches. Das sächsische bürgerliche Gesetzbuch wurde am 2. Januar 1863 durch die Publikationsverordnung verkündet und trat am 1. März 1865 in Kraft. Allerdings nur im Königreich Sachsen, in Thüringen wurde es in keinem der Thüringischen Fürstentümer in Kraft gesetzt. Im Königreich Sachsen galt es bis zum 1. Januar 1900, dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches für das Deutsche Reich. Das sächsische bürgerliche Gesetzbuch als modernste Kodifikation seiner Zeit hat das BGB stark beeinflusst. Der vorliegende Band ist ausschließlich handschriftlich. Er ist ein Unikat welches in keiner anderen Bibliothek vorhanden ist. Da der Band nur lose geheftet und mit einem Pappumschlag versehen wurde ist sein Zustand bedenklich. Daher soll er einen vernünftigen Einband erhalten um in Zukunft weiter nutzbar zu bleiben.

Restaurierungskosten: 490.- Euro
Bilderserie:
vor der Restaurierung   danach   Nebeneinander


Bartolus de Sassoferrato ...26. Bartolus de Sassoferrato: Super prima parte digesti veteris cum additionibus domini Alexa[n]dri de Imola -
Lugduni [Lyon], 1504. - 202, 148 Bl. - Signatur C 280/1

Bartolus de Sassoferrato, *1313/14 in Venatura (heute Stadtteil von Sassoferrato) +13.07.1537 in Perugia, italienischer Jurist, der zuerst in Pisa, später dann in Perugia lehrte. Er gehört zu den Postglossatoren und hinterließ ein umfangreiches Werk. Zu nahezu allen Teilen des Corpus Juris Civilis verfasste er umfangreiche Kommentare. Dazu kommen viele Traktate zu Einzelfragen sowie zahlreiche Gutachten.
Der hier vorliegende Band ist Teil eines vierbändigen Werkes, welches 1504 in Lyon erschien. Diese 4 Bände sind die ältesten Bände im Bestand der Bibliothek.

Kostenvoranschlag: 1844.- Euro
Bilderserie:
vor der Restaurierung